Wie ich den Computer überraschte


Seit über hundert Jahren habe ich den MM2, einen Schachcomputer. Bei Hunden und Pferden muß man ja die Lebensjahre mit sieben malnehmen, bei Computern leider mit zehn. Seine Spielstärke ist nicht überwältigend, für mich aber völlig ausreichend. Man will ja auch mal gewinnen. Nach hartem Kampf ergab sich neulich folgende Stellung:

Jeder sieht sofort, das ist remis! Ich (schwarz) hatte meinen Turm schon mehrmals zwischen b8 und b7 pendeln lassen. Der Computer wollte aber unbedingt weiter spielen und ließ seinen Turm auf verschiedenen Feldern der Grundlinie tänzeln. Remis nach dreifacher Stellungswiederholung kennt er nämlich. Na gut, hab ich gedacht, ziehste mal

1... Tg8 Pah, dachte Computer, ich kann sogar extravagant 2. Lb1 spielen. Nee, jetzt wird's eng für den weißen König. 2... Kh8 3. La2 Tbb8 Vielleicht wurde dem Computer hier mulmig. 4. Tad1 Tg7 Panik. 5. Txd6 Nur ja nicht zurückschlagen. 5... Tbg8 6. Td8 Lxd8 7. Txd8 Txd8 und bald kam ein mattes Piepen. 0-1 [hk]